Fully-Fahrwerke

Full-Suspension-Bikes sind für Entwicklungsingenieure so etwas wie die Haute-Couture der Modebranche: An der anspruchsvollen Performance vollgefederter MTBs werden sie gemessen; hier zeigt sich, wer theoretische Anforderungen optimal und zielgruppen­gerecht in die Praxis umsetzt. Die immer wieder größte Herausforderung ist eine beinahe unmögliche Grundforderung an „das“ perfekte Fully-Fahrwerk: Maximal sensibel soll es sein, beim Pedalieren jedoch darf es nicht wippen. Ganz gleich, ob Touren-Fully, All-Mountain-„Spaßbike“ oder E-MTB: Das Ziel ist stets das gleiche, der Weg jedoch immer ein anderer. Auch 2015 setzt CENTURION beim Numinis.29 (Carbon: 100, Alu: 120 Millimeter Federweg am Heck) und beim No Pogo.27 (145 Millimeter) weiter­hin auf einen abgestützten Eingelenker („Float Link“). Das fahrwerkstechnisch deutlich aufwendigere neue E-Fully Numinis.E arbeitet mit virtuellem Drehpunkt („Virtual Pivot Point“), um dem Bike einen maximal originären MTB-Charakter einzuhauchen.

Wichtig für das Verständnis jedes Full-Suspension-­Fahr­werks ist das sich grundsätzlich gegenseitig bedingende und ergänzende Zusammenspiel aus spezifischer Rahmenkonstruktion­ und jeweils verbauter Federbeintechnologie. So ist es etwa zu kurz gegriffen­ festzustellen, dass ein Bike zwar mit einem top Ansprechver­halten überzeugt, beim Pedalieren jedoch zu stark wippt und erst der Einsatz eines Plattformdämpfers beziehungsweise­ der Griff zum Lockout für Ruhe sorgt. Denn genau das ist diesem­ Fall beabsichtigt: Das Fahrwerk an sich bringt die gewünschte­ Sensibilität und stellt den Feder­weg grundsätzlich bereit, das jeweilige Federbein des Zulieferers nutzen unsere Fahrwerksingenieure­ für die zu erreichende Charakteristik beziehungsweise dafür, dass der Federweg auch tatsächlich vollständig genutzt werden kann.

Float Link
Abgestützte Eingelenker (Numinis.29, No Pogo.27) sind per se simpler zu konstruieren, stehen in puncto Performance aber grundsätzlich keiner anderen Fahrwerkslösung nach.

Virtual Pivot Point
Bei Fahrwerken mit virtuellem Drehpunkt (Numinis.E) haben die Ingenieure größere Freiheiten und können die Raderhebungskurve besser an ihr grundsätzliches Konstruktionsziel anpassen. Sensibilität und Bremsneutralität können größer ausfallen.